Navigieren in Frauenfeld

Kompostierbares Einweggeschirr

Wer meint, der Umwelt mit abbaubarem Einweggeschirr etwas Gutes zu tun, der irrt sich. Denn die Herstellung solcher Materialien bedingt den Anbau von Rohstoffpflanzen. Dieser ist mit hohem Land- und Wasserverbrauch und dem Einsatz von Pestiziden verbunden. Zudem ist die Herstellung energieaufwändig. Ausserdem enthalten pflanzliche Materialien oft Kunststoffe, die beim Erhitzen freigesetzt werden und gesundheitsschädigend sein können. Zum Beispiel geben Behälter aus Bambus Melamin und Fomaldehyd an die Lebensmittel ab. Formaldehyd reizt die Schleimhäute und kann Krebs auslösen. (Quelle Stiftung Warentest 2019, DE)

Gabel, Messer, Löffel aus Bambusmaterial

Marianne Stünzi ist stellvertretende Geschäftsleiterin von PUSCH, Praktischer Umweltschutz Schweiz, und meint zur Thematik: "Sogar wenn Mehrweggeschirr aus Plastik ist, ist das umweltschonender. Entscheidend ist, wie oft man es wiederverwenden kann."

"Grün" ist das Geschirr aus Bambus, Palmblätter, Zuckerrohr oder Maisstärke also nicht. Im Gegenteil! Die Materialien können im hauseigenen Komposthaufen nicht abgebaut werden – dafür werden industrielle Kompostieranlagen benötigt. Aber auch diese freuen sich nicht an den vermeintlich nachhaltigen Behältern. Denn auch dort dauert es ewig, bis diese abgebaut sind. "Im Endeffekt bedeutet es einfach mehr Abfall", sagt Marianne Stünzi. (Quelle: SRF, Kassensturz-Espresso, 26.06.2018)

Dasselbe gilt übrigens für Bio-Müllsäcke, wie in einem Bericht der Weinfelder Nachrichten [pdf, 987 KB] zu lesen ist.